Effizient heizen mit der passenden Heizungstechnik

Zum Heizen wird hierzulande viel Energie verbraucht. Zu viel Energie. Denn über die Hälfte der Heizungsanlagen in Deutschland wurden vor 1997 installiert – und sie sind ineffizient, verheizen also viel mehr Energie als eigentlich nötig. Somit wird es höchste Zeit für eine „Wärmewende“ in deutschen Kellern. Ist Ihr Heizkessel älter als 15 Jahre? Dann erhält er ab 2017 spätestens bei der nächsten Feuerstättenschau durch Ihren bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger, ein neues Energielabel. Nutzen Sie die Gelegenheit und fragen Sie Ihren Schornsteinfeger, welche Möglichkeiten der Optimierung denkbar wären. Sie können Ihre alte Öl- oder Gasheizung zum Beispiel durch einen modernen Öl- und Gas-Brennwertkessel ersetzen. Während bei herkömmlichen Kesseln der Wasserdampf der Abgase ungenutzt durch den Schornstein entweicht, nutzen diese Modelle die darin versteckte Wärmeenergie. Damit sind sie deutlich sparsamer und deren Einbau rechnet sich dank der geringeren Energiekosten oft schon nach sieben bis zehn Jahren.

 

Wenn Sie mehr für den Klimaschutz tun möchten

Effizient ist gut, erneuerbar ist besser: Wenn Sie den Ausstoß von Treibhausgasen komplett vermeiden wollen, dann stellen Sie Ihre Heizungsanlage auf erneuerbare Energien um. Denn mit einem Biomassekessel, einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage heizen Sie nicht nur besonders umweltfreundlich, Sie machen sich auch unabhängig von Öl und Gas und deren Preisentwicklungen.

 

Wann lohnt sich der hydraulische Abgleich?

Vor allem dann, wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Heizung nicht richtig kontrollieren zu können und Räume nicht so warm wie gewünscht werden. Gute Hinweise sind auch Geräusche: Rauschen, Gluckern oder Pfeifen sollten Sie nicht ignorieren. Außerdem typisch: Einzelne Heizkörper glühen regelrecht, obwohl sie nur auf niedrigster Stufe laufen. Andere werden nicht richtig warm, obwohl sie voll aufgedreht sind. Um alle Daten aufzunehmen, braucht ein Handwerker bei einem Einfamilienhaus etwa anderthalb Stunden; die anschließende Berechnung dauert etwa vier Stunden. Und für die optimale Einstellung sollten Sie je Heizkörper noch einmal etwa fünf Minuten einplanen. Die genauen Kosten für einen hydraulischen Abgleich hängen vom Zustand und Aufbau der Heizanlage ab. Für ein Einfamilienhaus können Sie mit etwa 300 bis 500 Euro rechnen. Doch das lohnt sich: Dank der eingesparten Heizkosten hat sich der Abgleich im Durchschnitt bereits nach etwa dreieinhalb Jahren bezahlt gemacht. Zusammen mit dem gleichzeitigen Einbau einer stromsparenden Hocheffizienzpumpe und von neuen Thermostatventilen kostet der hydraulische Abgleich insgesamt etwa 900 bis 1.300 Euro. Der Einbau einer neuen hocheffizienten Heizungspumpe spart sofort Strom – der Austausch rechnet sich schon nach zwei bis drei Jahren.

 

Heizungswartung

Die Wartung des Heizsystems sollte einmal jährlich vom Fachbetrieb des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks durchgeführt werden. Denn mit Wartung bleibt die Heizung fit!

 

Gute Gründe für die Heizungswartung:

  • Eine regelmäßige Heizungswartung verhindert unnötige Reparaturen und Ausfälle bei Heizung und warmem Wasser.
  • Verschleißerscheinungen, Defekte oder Fehlfunktionen feststellen.
    Hätte ein Auto die gleichen Betriebszeiten wie der Heizkessel, würde es im Jahr etwa 100.000 Kilometer zurücklegen. Wie das Auto steckt auch die Heizungsanlage eine solche Beanspruchung nicht einfach weg: Verschleißerscheinungen, Defekte oder Fehlfunktionen schleichen sich ein. Unerkannt können die kleinen Mängel großen Schaden verursachen. Daher sollte die Anlage für Heizung und Warmwasserbereitung regelmäßig einer Wartung unterzogen werden. Überflüssige Reparaturen lassen sich so vermeiden. 
  • Energie und Geld sparen:
    Tatsächlich schlummern in vielen Heizungskellern unentdeckte Einsparpotenziale, nur wenige Anlagen arbeiten effizient. Denn die Heizung ist nicht einfach nur funktionstüchtig oder defekt, sondern ein komplexes System mit vielen Komponenten. Diese müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein, um die volle Leistung bei möglichst geringem Energieaufwand zu bringen. Beispielsweise können Ablagerungen wie Ruß oder Staub die Heizleistung erheblich vermindern und so den Energieverbrauch erhöhen. Die Heizungswartung sorgt für einen effizienten und reibungslosen Betrieb des Heizsystems.
  • Einen Wartungsbetrieb in Ihrer Nähe finden Sie über das Wartungsportal unter: www.wasserwaermeluft.de/Heizungswartung

 

Wartungsportal

 

Heizungstechniken im Überblick

Moderne Heizungsanlagen arbeiten effizienter als ihre Vorgänger, sparen Kosten und können zudem mit erneuerbaren und alternativen Energieträgern betrieben werden. Welche Heizungstechnik für Sie und Ihr Eigenheim und nach Ihren Vorstellungen am besten geeignet ist, erfahren Sie beim Beratungsgespräch mit Ihrem SHK-Fachbetrieb. Die folgende Übersicht zeigt die unterschiedlichen Arten auf.

Brennwerttechnik

Bei der sogenannten Brennwerttechnik wird im Heizungssystem ein Energieträger – Öl, Gas oder Holzpellets – verbrannt und die dabei entstehende Wärme für die Beheizung und Warmwasserbereitung genutzt. Bei der Brennwerttechnik werden die Verbrennungsabgase soweit abgekühlt, dass der in ihnen enthaltene Wasserdampf kondensiert. Dadurch wird ein zusätzlicher Wärmeanteil frei und nutzbar. Die im Energieträger enthaltene Wärmeenergie wird mit 98 Prozent Wirkungsgrad beinah komplett in Heizenergie umgesetzt. Damit sparen Sie im Vergleich zu alten Anlagen bis zu 30 Prozent und im Vergleich zu Niedrigtemperaturheizungen bis zu 10 Prozent des Energieverbrauches ein. Um dies zu erreichen ist an der Heizungsanlage ein Hydraulischer Abgleich (siehe oben) vornehmen zu lassen.

Ölbrennwertheizung

Die Ölheizung ist in aller Munde - Begriffe wie Abwrackprämie, CO2-Steuer oder Klimaschutzprogramm werden permanent diskutiert. Dabei sprechen verschiedene Gründe für eine moderne Ölheizung. Öl-Brennwerttechnik ist hocheffizient, lässt sich ideal mit erneuerbaren Energien kombinieren und bietet durch den Einsatz regenerativer Brennstoffe langfristig sogar eine klimaneutrale Perspektive.

 

Dürfen Ölheizungen zukünftig betrieben werden?
Ja, bestehende Ölheizungen mit Niedertemperatur- und Brennwerttechnik können ohne Einschränkungen weiter betrieben werden - auch über das Jahr 2025 hinaus.

 

Dürfen Ölheizungen noch eingebaut werden?
Ja. Bis einschließlich 2025 kann der alte Ölkessel ganz einfach gegen ein neues Öl-Brennwertgerät ausgewechselt werden. Ab 2026 dürfen Ölheizungen eingebaut werden, wenn sie erneuerbare Energien integrieren, beispielsweise durch eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage. Der Einbau einer Ölheizung ist zudem auch dann erlaubt, wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden ist und erneuerbare Energien nicht eingebunden werden können. Sofern die Ölanlage bereits mit einer solarthermischen Anlage verbunden ist, kann jederzeit einen Kesseltausch umgesetzt werden.

 

Baden-Württemberg: Der Einbau einer Öl-Brennwertheizung ist in jedem Fall bis Ende 2025 als auch, nach jetzigem Stand, darüber hinaus natürlich möglich. Da in Baden-Württemberg bereits heute die Vorgaben des Erneuerbaren Wärme-Gesetzes (EWärmeG) zu beachten sind, müssen zur Erfüllung schon jetzt bei einer Modernisierung mindestens 15 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden, z.B. durch ein 10-prozentiges Bio-Heizöl und einem (unverbindlichen) Sanierungsfahrplan. Ab 2026 ist eine Hybrid-Lösung auch für die Ölheizung in Baden-Württemberg weiter möglich. Das bedeutet zum Beispiel: Öl-Brennwerttechnik + Solarthermie oder Photovoltaik.

 

Hamburg: Die Modernisierung bestehender Ölheizungen ist in Hamburg bis Ende 2025 möglich. Bei einer Heizungsmodernisierung ab dem 01.07.2021 müssen – unabhängig vom eingesetzten Energieträger – in Gebäuden, die vor 2009 errichtet wurden, mindestens 15 % des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Dies ist zum Beispiel durch die Einbindung von Solarthermie möglich. Heizkessel, die mit flüssigen fossilen Brennstoffen betrieben werden, dürfen ab 2026 nicht mehr eingebaut werden.

Gasbrennwertheizung

Gasheizungen profitieren dank moderner Brennwerttechnik durch minimale Abgasverluste, geringe Wärmeverluste und Energieeinsparungen. Zudem sind die Anschaffungskosten im Vergleich niedrig und die Anlagen benötigen wenig Platz. Brennstoffzellen – Zukunft der Erdgasnutzung. Brennstoffzellen erzeugen mit dem im Erdgas enthaltenen Wasserstoff gleichzeitig Wärme und Strom. Diese Eigenschaft macht die Brennstoffzellen-Heiztechnik besonders effizient. Verfügbar sind die innovativen Geräte in verschiedenen Leistungsklassen und von verschiedenen Herstellern. Brennstoffzellen erfüllen die gesetzlichen Anforderungen zur Energieeffizienz der Wärmeerzeugung auch langfristig gesehen.

 

So wird Ihre Gasheizung grün. Erdgas ist zwar der emissionsärmste, aber dennoch ein endlicher fossiler Energieträger. Zudem tragen Förderung, Transport und Verarbeitung zur Freisetzung von klimaschädlichem Methan und Kohlendioxid bei. Weiterhin steht die Förderung mittels Hydraulic Fracturing (kurz Fracking) bezüglich zusätzlicher Umweltrisiken in der Kritik.

 

Eine echte grüne Alternative bietet in dem Fall Biogas, welches CO2-neutral aus Energiepflanzen sowie Bioabfällen gewonnen wird. Zudem wird die Power-to-Gas-Technologie (Strom zu Gas) weiterentwickelt. Strom aus erneuerbaren Energien wird hier zur Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff genutzt. Der Wasserstoff kann entweder direkt oder mittels Zuführens von Kohlenstoff umgewandelt zu Methan ins Erdgasnetz eingespeist werden. Durch diese Erneuerungen wird die Wärmeerzeugung mittels Gasheizungen in Zukunft nahezu klimaneutral sein.

Holzpelletheizung

Eine mit Holzpellets betriebene Brennwertheizung ist eine ausgezeichnete Alternative zu fossilem Erdöl und Erdgas. Da Holz nur so viel Kohlendioxid freisetzt, wie es während seines Wachstums benötigt, gilt es nämlich als CO2-neutral. Aus Säge- und Hobelspänen gepresste Holzpellets vermeiden nicht nur unnötigen Abfall, sie sind auch noch im Bereich holzbasierte Heizsysteme die Energiequelle erster Wahl. Im Vergleich zu Scheitholz und Holzhackschnitzel haben sie eine große Energiedichte und benötigen somit weniger Lagerraum. Dadurch werden Brennwertheizungen mit Holz für den Privathaushalt interessant. Die Anlieferung per Tankwagen, staubfreie Lagerung im Keller oder Erdtank sowie den automatischen Transport in den Brennraum, machen Pelletkessel komfortabel. Zudem sind sie preiswert und umweltfreundlich.

 

Für größere Wohneinheiten sind Hackschnitzel-Heizsysteme wiederum denkbar. Es wird zwar ein größerer Lagerraum benötigt und die Anschaffungskosten sind höher, jedoch punkten die niedrigen Kosten für die Hackschnitzel.

Wärmepumpe

Effiziente Wärmepumpen machen die natürliche Wärme aus dem Boden, der Luft oder dem Grundwasser nutzbar: zum Heizen und zur Warmwasserbereitung. Besonders klimafreundlich und emissionsarm funktioniert das, wenn Sie die Wärmepumpe mit Strom aus erneuerbaren Energien betreiben.

 

Im Winter ist der Boden im Garten gefroren, im Sommer sprießt und blüht es dort in allen Farben. Doch nur einige Meter unter der Erdoberfläche liegt die Temperatur das ganze Jahr stabil bei etwa zehn Grad. Nicht besonders viel, aber genug, um damit zu heizen und das Wasser zum Duschen zu erwärmen. Dafür braucht es außer einer Erdsonde im Garten auch noch eine effiziente Wärmepumpe. Die Wärmepumpe sammelt die Wärme aus dem Boden, konzentriert diese so lange, bis Hitze entsteht und gibt sie schließlich an ein Heizmedium wie Wasser ab. Das Prinzip ist damit das gleiche wie bei einem Kühlschrank – nur umgekehrt. Neben dem Boden sind auch Grundwasser und Luft nutzbare Wärmequellen. Dabei gilt: Je höher die Ausgangstemperatur der Wärmequelle ist, desto weniger Strom braucht sie und umso effizienter ist sie. Besonders effizient sind Wärmepumpen zudem, wenn die zu erreichende Zieltemperatur nicht zu hoch liegt. Die Technologie eignet sich daher besonders gut für gedämmte Häuser, die nur wenig Heizwärme benötigen und mit relativ niedrigen Temperaturen beheizt werden können, weil zum Beispiel eine Fußbodenheizung installiert ist, die mit einer niedrigeren Vorlauftemperatur auskommt.

 

Die Wärmepumpe nutzt mit der Umweltwärme eine erneuerbare Energiequelle und ist damit bereits weitgehend klimaneutral. Ganz ohne Strom funktioniert die Wärmepumpe jedoch nicht. Vollständig ohne CO2-Emissionen heizen Sie daher, wenn auch der von der Wärmepumpe genutzte Strom mit erneuerbaren Energien erzeugt wurde, z. B. indem Sie die Anlage mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach kombinieren.

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlagen)

Wie wäre es mit einer Heizung, die auch noch Strom liefert? Ein kleines Blockheizkraftwerk (BHKW) kann beides. Zugrunde liegt das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), das auch Großkraftwerke nutzen, also die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme. Jedoch geschieht dies in sehr kompakter Form, denn ein Mini-BHKW ist kaum größer als ein Kühlschrank.Der Vorgang ist ganz einfach: Bei der Stromerzeugung wird die dabei entstehende Abwärme gleichzeitig zum Heizen und zur Wassererwärmung genutzt. Diese kleinen Blockheizkraftwerke können einen Großteil zur Hausenergieversorgung beitragen. Der Wirkungsgrad ist – je nach Technologie und Modell – oft sehr hoch und liegt zum Beispiel bei den besonders innovativen Brennstoffzellen über 90 Prozent.

 

Unterschiede gibt es vor allem bei den Brennstoffen, die die Blockheizkraftwerke antreiben. Konventionelle Anlagen mit Verbrennungsmotor können mit Öl oder Erdgas, aber auch mit erneuerbaren Energien betrieben werden – mit Biogas, Pellets oder Holzhackschnitzel. Besonders effizient und innovativ sind die modernen Brennstoffzellen-Heizungen, die den Strom direkt aus dem Brennstoff gewinnen. Mikro- und Nano-Blockheizkraftwerke können in Ein- oder Zweifamilien- sowie in Mehrfamilienhäusern einen Großteil des Strom- und Wärmebedarfs decken. Optimal ist, wenn die Leistung der Anlage auf den Verbrauch an Strom und Wärme abgestimmt ist und diesen weitestgehend deckt. Damit macht Sie ein eigenes Blockheizkraftwerk auch unabhängig von den Strompreisen. Überschüsse, die Sie ins Stromnetz einspeisen, werden zudem vergütet.

Solarthermie

Aus Sonne mach Wärme für das tägliche Warmwasser und die Heizung – Solarthermieanlagen unterstützen die Heizung, was deren Verbrauch deutlich senkt, und eignen sich auch zur Erwärmung von Trinkwasser. Die Investition zahlt sich für Sie auch finanziell aus: Hilft die Sonne beim Heizen, sinken die laufenden Kosten.Solarkollektoren wandeln Sonnenstrahlung in Wärme um: für Warmwasser zum Spülen und Duschen, aber auch für behaglich warme Wohnräume oder beides. Kombianlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung sind sogar besonders effizient. Der tägliche Warmwasserbedarf pro Person beträgt etwa 40 bis 50 Liter. Das entspricht einer Kollektorfläche von ein bis 1,5 Quadratmeter. Für einen Vierpersonenhaushalt sollten Sie demnach vier bis sechs Quadratmeter einplanen. Für die zusätzliche Beheizung durch Solarthermie ist eine größere Kollektorfläche notwendig.

 

Wer eine Öl- oder Gasheizung zu Hause hat, ist ständige Brennstoffrechnungen gewohnt. Mit Solarthermie lassen sich diese laufenden Kosten deutlich reduzieren. Denn die Sonnenenergie kann einen bedeutenden Teil des Warmwassers im Haushalt beisteuern und der Heizung vor allem im Frühjahr und Herbst viel Arbeit abnehmen und die Heizkosten senken.

Fußbodentemperierung

Fußbodenheizungen haben sich in Teilbereichen im Haus oder in der Wohnung bewährt. Vor allem im Badezimmer sind diese häufig zu finden. Als Vollheizsystem sind sie in der Regel nicht verbreitet. Bereits in Übergangszeiten, wie den Herbst und Frühling, kann eine elektrische Fußbodentemperierung für angenehme Raumtemperaturen sorgen, noch bevor die zentrale Heizungsanlage eingeschaltet wird. In Passivhäusern sind elektrische Fußbodenheizungen als Ergänzungs- und Vollheizsysteme geeignet. Das Fußbodenheizsystem gibt die Wärme schnell und großflächig über den Boden ab, wodurch sich die Wärme wiederum gleichmäßig im Raum verteilt. Sie haben das Gefühl, der Raum ist zwei Grad wärmer und können somit die Raumtemperatur absenken und Heizkosten sparen. In der Regel ist jeder Fußbodenbelag geeignet. Zudem sind elektrische Fußbodenheizungen wartungsfrei.

 

 
Heizungseffizienz und Labeling

Seit Januar 2017 erhalten ältere Öl- und Gasheizkessel ein Energieeffizienzlabel vom bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Das Label zeigt, wie effizient der eigene Kessel tatsächlich ist.
Für die Einstufung ist kein Extratermin notwendig. Im Anschluss an die Feuerstättenschau ermittelt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger die Energieeffizienzklasse des Kessels und klebt ein entsprechendes Label auf, falls dieses nicht bereits vorhanden ist. Einstufung und Labeling sind für die Eigentümer kostenfrei.

Der Schornsteinfeger beginnt mit den ältesten Anlagen: Zunächst sind Öl- und Gasheizkessel mit Baujahr bis Dezember 1994 an der Reihe. Es folgen schrittweise die Baujahre bis Dezember 2008 und danach alle Kessel, die mindestens 15 Jahre alt sind.
Wie das bekannte EU-Energielabel für Waschmaschinen, Kühlschränke oder Glühlampen zeigt das Heizungslabel neben einer Farbskala die Effizienzklasse an, hier im Bereich von A++ bis E. Der angegebene Wert erlaubt Rückschlüsse auf die Wärmeverluste und damit auf den Energieverbrauch der Heizung. Viele ältere Kessel werden wahrscheinlich nur ein C oder D, also im Ergebnis ein rotes „ineffizient“ erreichen. Das liegt am geringeren Wirkungsgrad alter Heizkessel. Gemessen am aktuellen Stand der Technik muss bei diesen deutlich mehr Energie zugeführt werden.

Wie viel spart ein neuer Kessel?
Ein Hausbesitzer kann bis zu 400 Euro im Jahr bei der Heizkostenabrechnung sparen, wenn er einen Gasheizkessel der Effizienzklasse D gegen ein Gerät der Klasse A austauscht, rechnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in seiner Informationsbroschüre. Der Staat fördert den Kesseltausch z. B. mit Zuschüssen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie mit zinsgünstigen Krediten. Je nach Umfang und Art der Sanierung stehen weitere Fördermitteltöpfe bereit. Viele Schornsteinfegerbetriebe und Inngungsfachbteriebe des SHK-Handwerks bieten eine entsprechende Beratung an und helfen bei der Antragsbearbeitung.

 

Mein Kessel tut's doch noch

Vor allem Standardkessel aus den 70er und 80er Jahren weisen hohe Energieverluste auf. Sie halten zwar die gesetzlich geforderten Sicherheits- und Umweltstandards ein, arbeiten allerdings im Vergleich zu moderner Heiztechnik weniger effizient. Problematisch bei Standardkesseln ist ihr hoher Energieverbrauch im Stand-by-Modus. Unabhängig von der Außentemperatur müssen sie durchgängig hohe Kesseltemperaturen erzeugen, um Materialkorrosion zu vermeiden. Der Kessel läuft dauerhaft auf Hochtouren, selbst wenn es draußen mild ist. Außerdem gibt er Wärme an den Aufstellraum ab, heizt also den Heizungskeller gleich mit. Dank niedrigerer Vorlauf- und Betriebstemperaturen heizen Niedertemperaturkessel bereits sparsamer, lassen aber immer noch zu viel Wärme durch den Schornstein entweichen. Besser schneiden Brennwertkessel ab. Sie gewinnen über Kondensation Wärme aus dem Abgas und führen sie dem Heizsystem zu. Auf diese Weise erreichen Brennwertgeräte einen höheren Effizienzgrad. Lassen Sie sich von Ihrem Innungsfachbetrieb beraten.